Bernds Blog

An dieser Stelle werde ich über meine Wanderung auf dem "Camino del Norte" berichten.


 


26. Mai 2019, 16:36

Tag 24: Von La Isla nach Villaviciosa

Für einen Aussenstehenden mag der Tagesablauf langsam etwas langweilig erscheinen, es ähnelt sich schon sehr: Früh am Morgen aufstehen, die sieben Sachen zusammenpacken, kleines Frühstück, laufen bergauf, laufen bergab, laufen auf Strasse, laufen am Strand, Kaffee trinken, weiter laufen, wieder Kaffee trinken, weiter laufen, Schlafplatz suchen, Schlafplatz finden, duschen, Wäsche waschen, Wäsche trocknen, Abendessen, Rotwein trinken, schlafen gehen!
Aber das scheint nur so. Jeden Tag ein anderes Bett, ein anderes Frühstück, ein anderer Weg, ein anderer Berg, eine andere Strasse, eine andere Bar, ein anderes Essen, andere Menschen. Aber zum Glück auch oft, die Menschen die man schon kennt. Unsere kleine Camino-Familie! Und jeden Tag neue Begegnungen. Heut hab ich, unter anderem, eine (kleine) Belgierin getroffen. 25 Kilo trägt das bisschen Mensch auf dem Rücken! Seit sieben Wochen! Zelt, Lebensmittel, Geschirr, sie hat alles dabei! Und strahlt!!! Unglaublich, da schäme ich mich fast, mit meinen 10 Kilogramm.

Erkenntnis des Tages: Routine kann sehr abwechslungsreich sein!

Bernd E.

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25. Mai 2019, 18:11

Tag 23: Cuerres - La Isla

Gestern Abend konnte ich in der Herberge, gemeinsam mit acht Pilgerkollegen ein hervorragendes Abendessen genießen.
Heut früh ging es dann, nach einen genauso hervorragenden Frühstück, welches die Herbergsbesitzerin gemeinsam mit uns einnahm, weiter.
Es war total still und niemand, außer einer Hand voll Pilgerkollegen, war auf der Straße. Nachdem es am Vormittag eher nach Regen aussah, verschwanden am Nachmittag alle Wolken und die Sonne lachte vom Himmel.
Der Camino führte heute wieder zu großen Teilen an der Küste entlang, was absolut traumhaft war.
Am späteren Nachmittag bin ich in La Isla angekommen und hab das riesen Glück, das die Herberge direkt am Strand liegt.
Im Moment sind meine Klamotten in der Waschmaschine und gegen acht soll es Abendessen geben.

Erkenntnis des Tages: Es ist alles gut, so wie es ist.

Bernd E.

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24. Mai 2019, 17:56

Tag 22: Von Celorio nach Cuerres

Hoffentlich klappt es heute wieder besser mit dem Schreiben. Gestern hab ich bestimmt ein halbes Dutzend mal einen Text eingetippt und nach dem speichern war er weg.
Und es geht heut genauso weiter!
Zu gestern muss ich noch erwähnen, das der Weg an der Küste entlang traumhaft war, auch wenn es machmal ein wahres Suchspiel war, ihn überhaupt zu finden. Anfangs verlief er quer über Wiesen, über Felsen, rauf und runter. Später wurde es immer besser, bis er als ganz normaler Wirtschaftsweg weiterlief.
In meiner gestrigen Herberge, besser gesagt ein B&B, war ich wirklich der einzigste Gast. Leider war vom versprochen Frühstück weit und breit nichts zu sehen. Gut, das ich es bereits im voraus bezahlt hatte.
Heute war der Weg, genauso wie das Wetter, recht unspektakulär.
Er führte durch ein paar kleine Dörfer und das Meer machte sich genauso rar, wie die Sonne.
Irgendwann hab ich heut auch den Scheitelpunkt des Camino del Norte überschritten. 413 Kilometer liegen hinter mir und 413 Kilometer liegen bis Santiago noch vor mir.
Die heutige Nacht verbringe ich in einer kleinen, ökologische Herberge. Sehr schick hier alles. Abendessen und Frühstück inklusive!
Erkenntnis des Tages: Nicht jeder Tag bringt einem neue Erkenntnisse, sondern einfach nur, Schritt für Schritt, dem Ziel näher!

Bernd E.

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23. Mai 2019, 17:14

Tag 21: Von La Franca nach Celorio

Der Abend in La Franca war wirklich nett. Zum Abendessen gab es leckeren Nudelsalat und anschließend noch interessante Geschichten mit Rotwein.
Heut früh bin ich dann gegen halb acht losgegangen. Bereits gestern hab ich schon eine alte Freundin wiedergetroffen, wobei sich die Freude in Grenzen hielt. Sie ist nämlich langweilig und laut und heißt Autovia del Cantabrico! Deshalb habe ich kurz hinter La Franca den Camino del Norte verlassen und bin dem Europawanderweg E-9 gefolgt. Dieser verläuft hier fast immer direkt an der Küste entlang, war aber Anfangs recht schwer zu finden, da er zum Teil nur sehr dürftig gekennzeichnet.

Ich hab hier heute große Probleme mit dem Internet und geb es jetzt auf!
Fazit des Tages: Schei... Technik!

Bernd E.

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22. Mai 2019, 18:00

Tag 20: San Vicente de la Barquera - La Franca

Da hab ich doch grad "Tag 20" geschrieben! Auf der einen Seite hab ich gefühlt grade erst angefangen, auf der anderen Seite bin ich schon eine kleine Ewigkeit unterwegs.
Heut früh hab ich mir den Luxus gegönnt, am Morgen zu duschen. Eigentlich etwas ganz normales, hier ist das schon was außergewöhnliches. Danach ein tolles Frühstücksbuffet genossen und bei strahlendem Sonnenschein das Hotel in San Vicente verlassen.
Erst ging es durch ein paar kleine Gässchen und dann erstmal den Berg rauf. Oben angekommen traute ich kaum meinen Augen. Auf den Bergen am Horizont lag Schnee! Was für ein Bild.
Den ganzen Vormittag ging es über kleine Landstraßen durch einen wunderschönen Landstrich. Überall die Kühe und Schafe auf den satten Wiesen, das leise läuten der Kuhglocken, der blaue Himmel, keinerlei Alltagslärm. Eine Landschaft, die man im Bauch (und in der Seele) spüren kann.
Am Nachmittag bin ich durch den Ort Unquera gekommen und am Ortsende kam eine Brücke, um einen Ausläufer eines Meerrsarms zu überqueren. Dies war auch gleichzeitig die Grenze von Kantabrien zu Asturien. Bereits die dritte spanische Region, die ich durchqueren werde.
Ganz nebenbei ist mir heut noch aufgefallen, das ich seit dem Beginn meiner Reise grade mal fünf Windkraftanlagen und nicht eine einzige Biogasanlage gesehen habe. Dafür ist hier selbst das allerkleinste Dorf mit einer Strassenbeleuchtung ausgestattet, die auch die ganze Nacht brennt! Irgendwas machen die Spanier hier anders und nicht unbedingt schlechter.
Mein heutiges Etappenziel sollte die Herberge Triskel in La Franca sein. Ein absoluter Hammer und mit nichts, was ich bisher gesehen habe zu vergleichen! Alles nagelneu und blitzsauber! Nach einer ausgiebigen Dusche hat die Herbergsmutter gleich meine Kleider in die Waschmaschine gesteckt und für halb neun ein Abendessen angekündigt. Da kann ich nur gespannt sein. Anfangs war ich noch alleine, mittlerweile sind noch vier weitere Pilger eingetroffen.

Erkenntnis des Tages: Manchmal meint das Universum es wirklich gut mit einem.

Bernd E.

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22. Mai 2019, 07:51

Tag 19: Von Caborredondo nach San Vicente de la Barquera

Die Nacht in der Herberge war so ruhig, das ich beinahe das Frühstück verschlafen hätte. Dieses viel kurz und knapp aus, eine Tasse Kaffee und etwas Weißbrot mit Marmelade.
Kurz nach halb acht war ich bereits unterwegs. Der Weg verlief wieder mal überwiegend auf der Landstraße, aber zum Glück ist hier nicht viel, zum Teil fast gar kein Verkehr.
Ich bin durch einige kleine Dörfer mit sehr schönen Villen gekommen, die aber Meist einen unbewohnten Eindruck machten. Hier an der Küste scheint nur in den Sommermonaten richtig Leben zu sein.
Das habe ich auch daran gemerkt, das ich erst gegen halb neun an einer kleinen Bar vorbei kam, die geöffnet hatte. Aber direkt davor wurde schon kräftig an einer Baustelle gewerkelt, inklusive jede Menge Krach. Da bin ich weiter gegangen, was sich aber später als Fehlentscheidung herausstellen sollte. Stundenlang lag keine (geöffnete) Bar mehr am Weg.
Aber dieser war phantastisch und entschädigte für alles. Der Blick auf das Meer, frisch gemähte Wiesen und ganz viel Ruhe.
Einige Kilometer vor San Vicente hab ich dann den offiziellen Weg verlassen und bin direkt am Strand entlang gegangen. Das sind unbeschreiblich schöne Momente!
Da die Herberge erst im Juni öffnet, werde ich die Nacht im Hotel verbringen. Ein bisschen Privatsphäre, ein eigenes Badezimmer, ist auch mal wieder schön.
Erkenntnis (Frage) des Tages: Wenn man das Gute gefunden hat, muss man dann nach dem Besseren weitersuchen?

Bernd E.

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20. Mai 2019, 21:43

Tag 18: Santander - Barreda - Caborredondo

Heut Vormittag hab ich nochmal das Frühstück und die nette Gesellschaft im Bcool Hostel in Santander genossen, bevor ich mich auf den Weg zum Bahnhof gemacht habe. Ich wollte mir nähmlich den Weg durch die tristen Vorstadtsiedlungen und Industriegebiete Santanders ersparen. Also Fahrkarte gekauft und auf den richtigen Zug gewartet. In diesen dann eingestiegen und losgefahren. Beim Blick aus dem Fenster, war ich froh um meine Entscheidung. Dann kam auch schon Barreda in Sicht, nur machte der Zug keinerlei Anstalten, dort auch einen Halt einzulegen! Erst in Torrelavega hielt er endlich an. Was solls, ich hab ja Zeit...bin ich an der Bahnstrecke entlang, die paar Kilometer zurückgelaufen.
In Barreda hab ich dann auch den Camino wiedergefunden. Anfangs ging es vorbei an einer Chemieanlage der Firma Solvay und nach ein paar weiteren Kilometern endlich wieder Landschaft! Nach dem vielen Regen der letzten Tage, zeigte sich diese auch in sattem Grün. Der Weg verlief zwar die meiste Zeit an der Landstraße entlang, aber das schöne Wetter machte es erträglich.
Am späteren Nachmittag bin ich dann in Caborredondo angekommen und in einer sehr kleinen Herberge untergekommen.
Gemeinsam mit dem Herbergsvater, zwei Spaniern und drei Polinen haben wir zu Abend gegessen. Anschließend hab ich noch beim Abwasch geholfen und nun kehrt hier langsam Ruhe ein.
Erkenntnis des Tages: Sonne streichelt die Seele!

Bernd E.

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20. Mai 2019, 00:12

Tag 17: Ruhetag in Santander

Nachdem es gestern unaufhörlich geschüttet hat und auch die Vorhersage für heute keine wesentliche Besserung in Aussicht gestellt hat, habe ich heut Nacht, mittels Smartphone meinen Aufenthalt um einen Tag verlängert.
Bereits gestern Nachmittag hab ich den ersten Teil meiner Kleidung in einem Waschsalon gewaschen und getrocknet. Der Erfolg ist schon ein deutlich anderer als unter kaltem Wasser im Handwaschbecken.
Ich übernachte hier zwar im Zwölfbettzimmer, aber mit dem Luxus einer kleinen "Schlafkabine" mit Vorhang. Im Inneren eine eigene Lampe, Schuko-Steckdose und USB-Ladegerät. Welch ein Luxus!
Des weiteren hat dieses Hostel einen schönen Gemeinschaftsbereich, mit Küche, Sofa, und so allerlei anderen netten Dingen. Nicht zu vergessen, supernettes Personal!
Mein Frühstück hab ich heut mit einem armenischen Pilger und einem serbischen Weltenbummler eingenommen. Sehr interessant, was manche Menschen schon alles so erlebt haben.
Den freien, und verregneten Tag habe ich dann genutzt, um auch den Rest meiner Kleidung zu waschen. Jetzt ist alles wieder frisch, wie am ersten Tag!
Am späteren Nachmittag hörte es dann doch noch auf zu regnen und sogar die Sonne zeigte sich. Ideale Bedingungen sich die Innenstadt von Santander anzuschauen.
Den Abend habe ich mit Gaby aus Südtirol verbracht. Erst haben wir einen(zwei) leckere(n) Cocktail(s) getrunken und danach ein wirklich phantastisches Abendessen genießen dürfen.
Erkenntnis des Tages: Camino ist mehr als wandern!

Bernd E.

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18. Mai 2019, 17:52

Tag 16: Güemes - Somo - Santander

Gestern war ich ja in Güemes, in der legendären Herberge von Padre Ernesto untergekommen. Eine tolle Erfahrung! Vor dem gemeinsamen Abendessen begrüßte uns der Padre persönlich und danach erzählte sein Sohn von der Geschichte der Herberge und vom Lebenswerk des Padre Ernesto. Viel geleistet hat dieser Mann, auf vielen Kontinenten dieser Erde. Nach dem leckeren Essen konnten wir uns noch in einer kleinen Kapelle auf dem Anwesen, ein Wandbild über den Sinn des Pilgerns, mitsamt Erklärung, anschauen.
An diesem Abend übernachteten übrigens 59 Pilger aus 18 Nationen in der Herberge!
Die ganze Nacht hat der Regen nicht aufgehört und auch heut früh war keine Besserung in Sicht. Also, Regenponcho wieder drüber, und los. Zu Anfang wieder auf der Landstraße, später dann ganz abenteuerlich an der Steilküste entlang.
Durch den unaufhörlichen Regen verwandelte der Weg sich schnell in einen Bach und stellenweise war er ganz weg. Einfach umgepflügt! Die Bauern haben bestimmt nicht daran gedacht, das es sich bei dem Weg um ein UNESCO Weltkulturerbe handelt!
Gegen Mittag kam ich dann zum Playa de Somo, einem kilometerlangen, wunderschönem, Sandstrand. Leider peitschte einem der Regen so ins Gesicht, das man es garnicht so recht genießen konnte.
Von Somo musste man dann mit der Fähre nach Santander übersetzen und am Anleger versammelte sich nach und nach die ganze Pilgerschaar. Es war alles andere als ein Vergnügen, triefnass, eine Stunde auf das Boot zu warten.
Mit Gesprächen über heisse Duschen, Sonnenbrand und allerlei Blödsinn, versuchten wir uns die Zeit zu vertreiben.
Zum Glück befand sich meine heutige Schlafstätte, ein kleines Hostel, unweit des Fähranlegers, sodass der heissen Dusche nichts mehr im Weg stand.
Erkenntnis des Tages: Es ist nicht der Weg alleine, sondern die Menschen die auf im gehen!

Bernd E.

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17. Mai 2019, 18:48

Tag 15: Noja - Güemes

Da es gestern Abend keine Möglichkeit gab, etwas zu essen zu bekommen, bot der Herbergsvater in Noja an, ein Abendessen für uns zu kochen. Wer mitessen wolle, soll einfach um acht in die Bar kommen.
Dort sassen wir dann mit 15 Pilgern an einer langen Tafel. Es gab Nudel als Vorspeise, Hühnchen mit Pommes und zum Nachtisch Pudding. Dazu Wasser und Rotwein. Und das alles für zehn Euro! Ein sehr lustiger Abend.
Das Wetter hat sich leider nicht wieder beruhigt, es regnete die ganze Nacht und hat auch heute nicht aufgehört. Dazu reichlich Wind mit satten Sturmböen, das es einem den Poncho nur so um die Ohren haute. Der Weg war heut passend zum Wetter ebenfalls kein Highlight, es ging den ganzen Tag auf der Landstraße entlang.
Heut Abend bin ich laut Reiseführer in der aussergewöhnlichsten Herberge, die der Küstenweg angeblich zu bieten hat!
Die Räumlichkeiten sind alle ganz nett und im Aufenthaltsraum brennt sogar ein offener Kamin. Um acht soll es auch ein gemeinsames Abendessen geben. Habe schon viele bekannte Gesichter gesehen und schon nette Gespräche geführt. Bin mal gespannt, wer heut Abend noch alles so auftaucht.
Erkenntnis des Tages: Ein Weg kann nicht immer nur schön sein!

Bernd E.

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