Bernds Blog

An dieser Stelle werde ich über meine Wanderung auf dem "Camino del Norte" berichten.


 


05. Juni 2019, 21:20

Tag 34: Von Lourenzá nach Abadín

Ich hab heut früh lange überlegt, wie oft ich am Morgen bergauf und wie oft ich bergab gestartet bin. Bergauf hat haushoch gewonnen! So auch heute. Im strömenden Regen ging es etwa 20 Meter von der Herberge entfernt, steil bergauf.
Eins noch zum Frühstück in der Herberge. Auf meinem Platz stand ein kleines Schild, mit meinem Namen und der Aufschrift: "Dank für ihren Besuch! Buen Camino". Total schön!
Also es regnete, so wie es die WetterApp vorhergesagt hat. Und es ging bergauf, so wie es die CaminoApp vorhergesagt hat. Es gibt Dinge, auf die ist halt Verlass! Aber ein wenig Unzuverlässigkeit kam dann doch ins Spiel, es hörte nämlich wieder auf zu regnen und die Sonne schien sogar hier und da durch die Wolken. Nach etwa einer Stunde kam ich an einem Schild vorbei: "Bar 10 Meter". Auf dem Camino sollte man essen und trinken wenn es was gibt, nicht wenn man Hunger oder Durst hat. Also hin!
Es waren auch nur unerheblich mehr als 10 Meter, bis eine nette kleine Bar auftauchte. Zwei betagte Senioras hinter dem Tresen und der Laden so sauber, das man hätte vom Fußboden essen können. Wie üblich "Cafe con Leche" bestellt.
Dazu bekam ich ein kleines Schüsselchen mit Walnüssen, incl. der Erklärung von einer der Senioras, das sie von Bäumen hinter dem Haus stammen und sie sie selbst gesammelt hat. Total schön 2.0.
Dann setzte nicht nur die WetterApp ihren Willen durch, sondern auch der Regen tat dieses. Auf kleinen Wegen ging es recht unspektakulär auf und ab, bis nach Mondoñedo. Ein kleines Städtchen mit engen, steilen Gassen. Ein Stück nach dem Ortsausgang begann dann die eigentliche Herausforderung des heutigen Tages, ein Anstieg auf eine über siebenhundert Meter hohe Bergkette. Der Weg war so steil, das die Fersen zum Teil nicht mehr den Boden berührten. Und das über mehrere Kilometer. Kurz vor dem Gipfel setze auch der Regen wieder ein, diesmal mit heftigen Windböen. Oben angekommen, war ich doch etwas überrascht, das der Weg jetzt eher einer Schwerlaststrasse ähnelte. Auf der ganzen Hügelkette reihte sich eine Windkraftanlagen-Baustellen an die nächste und alle verbunden, mit breiten Schotterpisten. Über mehrere Kilometer war jetzt auch der Camino einer Autobahn gleich.
Ich fieberte dem Ziel meiner heutigen Etappe, Abadín entgegen. Dieser Anstieg hat mich echt geschafft und nach dem üblichen duschen, Wäsche waschen und Co, hab ich erstmal ein bisschen ausgeruht. Beim Abendessen hab ich mich noch sehr nett mit einem Paar aus Schweden unterhalten. Total schön 2.1.
Und nachdem ich diese Zeilen hochgeladen habe, werde ich ohne große Umwege in mein Bettchen gehen.

Erkenntnis des Tages: Ich hab seit über einem Monat kein Nutella mehr gegessen!

Bernd E.

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04. Juni 2019, 20:06

Tag 33: Von Figueras nach Lourenzá

Gestern Abend hab ich noch eine sehr nette Herberge gefunden und...ich war der einzigste Gast im Haus! Hatte alles für mich alleine, das Badezimmer, die Waschmaschine, den Wäschetrockner. Aber auch das Abendessen musste ich ganz alleine essen! Was bei den Mengen, die mir aufgetischt wurden, ein echtes Problem war. Aber gut erzogen wie ich bin, hab ich alles brav aufgegessen.
Zum Abendessen hab ich mir bei YouTube "Dinner for one" angeschaut, ich dachte, das passt sehr gut und lustig ist es auch nach dem 1000. Mal anschauen!
Heut Nacht konnt ich dann vor Bauchschmerzen kaum einschlafen, hätte ich nur nicht alles aufgegessen.
Zum Frühstück wurde wieder so eine Menge aufgefahren, das man damit eine ganze Grundschulklasse satt bekommen hätte. Ich war unhöflich und hab es nicht aufgegessen!
Bei einem heftigen Sturm hab ich mich dann auf den Weg gemacht und wurde auf der Brücke über den Ría de Ribadeo fast umgeweht!
Mit dem überqueren der Brücke hab ich dann auch Asturien verlassen. Nach dem Baskenland und Kantabrien bin ich nun in Galicien, der vierten Nordspanischen Region, durch die der Camino del Norte verläuft. Die Küste werde ich nun nicht mehr wiedersehen, ab jetzt geht es durch die Berge von Galicien.
Unterwegs hab ich auch ein paar alte Bekannte wiedergetroffen. Im Moment erzählt man sich hier die Geschichte, von einem 82 Jährigen Schweizer, der nach über 60 Ehejahren seine Frau verloren hat. Da er nicht alleine sein will und kann, hat er beschlossen, hier auf dem Camino zu sterben. Er läuft jeden Tag von früh bis spät. Ob er "sein" Ziel erreichen wird? Ob man es jeh erfährt?

Erkenntnis des Tages: Zuviel Höflichkeit, ist auch nicht immer gesund!

Bernd E.

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03. Juni 2019, 17:59

Tag 32: Von Cartavio nach Figueras

Aus dem Abendessen ist nichts geworden. Im einzigen "Restaurant" wurde ein Stierkampf, live übertragen. Und wenn es Hackfleisch im Fernsehen gibt, dann bleibt in Spanien die Küche kalt!
Heut früh hingen die Wolken ganz tief und nach wenigen Kilometern fing es dann richtig an zu regnen. Der Weg verlief anfangs zwischen Autobahn und Landstraße, nicht besonders toll, aber auch nicht besonders schlecht. Später bin ich dann überwiegend wieder dem Verlauf des E-9 gefolgt, das hab ich ja schon mehrfach getan und wurde nie enttäuscht. Aber heute konnte mich selbst dieser nicht so vom Hocker hauen. Vor lauter Wolken und Regen, war nicht viel vom Meer zu sehen. Höchstens zu hören. Einige kleine Dörfer durchquerte ich, wobei beim letzten gefühlt nur noch jedes fünfte Anwesen bewohnt war. Ein Grossteil der Gebäude, in einem jämmerlichen Zustand.
Später sah ich in der Ferne einen großen Sandstrand, der selbst bei Regen einen Umweg wert war. Vielleicht ein letztes mal auf dieser Reise, spazierte ich an der Wasserlinie entlang und ließ mir den Wind um die Nase pfeifen.
Morgen wird der Camino ins Landesinnere abbiegen und sich immer weiter vom Meer entfernen.
Erkenntnis des Tages: Meer ist mehr, als nur viel Wasser!

Bernd E.

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02. Juni 2019, 18:26

Tag 31: Von Luarca nach Cartavio

Wie geplant hab ich heut früh, schon vor halb sieben, die Herberge verlassen. Da Luarca in einem Tal liegt, war es noch gar nicht richtig hell und die Strassenlaternen brannten auch noch. Natürlich ging es erstmal den Berg rauf und oben angekommen konnte man den Sonnenaufgang genießen. Der Weg führte eine ganze Weile über eine Hochebene, vorbei an kleinen Siedlungen und Bauernhöfen. Dann ging es nochmal etwas höher hinauf und auch gleich wieder nach unten. Der Weg ins Tal war wieder mal sehr feucht und zum Teil verlief ein kleiner Bach auf dem Weg, oder der Weg verlief im Bach, ganz wie man mag.
Und auf der anderen Seite des Tals ging es dann wieder steil nach oben. Was dieser Jakob, sich bei der Planung des Camino wohl so gedacht hat?
Nach gut drei Stunden kam dann endlich eine Bar in Sicht und ich konnte das ausgefallene Frühstück nachholen.
Danach ging es überwiegend sanft rauf und runter und ich erreiche gegen Mittag Navia. Hier hatte ich heute meine Übernachtung geplant.
Da sich mittlerweile die Sonne hinter Wolken versteckt hatte und zudem ein laues Lüftchen wehte, beschloss ich kurzerhand noch ein paar Kilometer dranzuhängen.
Die Entscheidung, ob man in einer Herberge oder in einem Hotel übernachten kann bzw. muss, hängt meist davon ab, was es am Ort gibt. Hier in Cartavio gibt es keine Pilgerherberge und ich musste mal wieder Booking com zu Rate ziehen. Und dann gab es auch zufällig ein kleines Landhotel. Und was hat das im Garten...einen POOL! Da musste ich nicht lang überlegen.
Mittlerweile ist es Abend geworden und ich hab einen Teil des Nachmittags am und im Pool verbracht. Der für 16 Uhr angekündigte Regen, ist nicht eingetreten. Ganz im Gegenteil, die Wolken bekamen Lücken und die Sonne zeigte sich wieder.
Leider gibt es hier nichts zu Essen, also wieder Google befragen: in der Nähe soll es was geben. Bei Trip Advisor taucht aber nichts auf, also auf gut Glück mal hingehen und nicht zu viel erwarten.

Erkenntnis des Tages: Wenn's mal läuft, sollte man weiterlaufen.

Bernd E.

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01. Juni 2019, 21:33

Tag 30: Von Villademoros nach Luarca

Der gestrigen Nachmittag verlief herrlich entspannt im Garten des Hotels. Später zeigte mir die Besitzerin noch das Innenleben des "Torre de Villademoros", einem Wehrturm aus dem Spätmittelalter. Eine Hotelsuite, über drei Etagen mit Sonnendeck, inklusive Meerblick, befindet sich nach der Restaurierung nun dort.
Da es das Frühstück, was ich auf der Terrasse genießen konnte, erst um neun gab, bin ich ziemlich spät gestartet. Der Weg war, ähnlich gestern, sehr abwechslungsreich, verlief viel durch den Wald und dementsprechend im Schatten. Am Nachmittag dann aber überwiegend in der Sonne, was mich dann doch einiges an Kraft kostete. Als ich später nach Luarca kam, entschloss ich mich gegen meine ursprünglichen Pläne und suchte mir eine Herberge.
Wie es der Zufall so wollte, trudelten nach und nach auch einige meiner bekannten Pilgerkollegen in der Herberge ein. So konnten ich den Abend in netter Runde verbringen.
Morgen früh möchte ich versuchen, wieder etwas zeitiger zu starten. Wenn man der Wettervorhersage Glauben schenkt, sind die Sommertage aber bald vorbei und es wird wieder etwas feuchter. Schauen wir mal.

Erkenntnis des Tages: Wenn sich die Bedingungen ändern, darf man auch mal das gesteckte Ziel ändern.

Bernd E.

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31. Mai 2019, 17:22

Tag 29: Soto de Luiña - Villademoros

Nachdem die Wegführung des Camino in den letzten beiden Tagen nicht so berauschend war, hab ich mich heut früh entscheiden eine Alternativstrecke zu gehen.
Da für heute Hochsommerliche Temperaturen, bis an die 30° C vorhergesagt wurden, bin ich bereits um kurz vor sieben gestartet. Der Weg schlängelte sich den ganzen Tag von Tal zu Tal, wobei die Steigungs- und Gefällstrecken echt mörderhart waren. Aber auch wunder, wunderschön!
Da ich heut, auf den Tag vier Wochen unterwegs bin, habe ich mir bei einer Kaffeepause überlegt, mal ein schönes Hotel für die Nacht zu buchen. Mit dem "Torre de Villademoros" hab ich dies auch zweifelsohne gefunden. 9,7 bei Booking.com, da kann man nicht viel falsch machen. Es liegt herrlich abseits, mit einem riesigen Garten und freier Sicht auf's Meer. Den Rest des Tages werde ich hier im Liegestuhl verbringen!

Erkenntnis des Tages: Man darf sich ruhig mal was gönnen!

Bernd E.

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30. Mai 2019, 21:58

Tag 28: Von Muros de Nalón nach Soto de Luiña

Als ich heut früh die Herberge in Muros verlassen habe, führte mich der Weg durch eine sehr dichtes und feuchtes Waldgebiet. Trotzdem es gestern sehr trocken war standen auf dem Weg noch große Pfütze und auf einem ansteigenden Stück, floß einem das Wasser entgegen, wie ich es eher von Regentagen gewohnt bin. Danach ging es leider wieder an der Autobahn entlang, bis diese mit einer riesigen Brücke ein weites Tal überspannte. Die Autos mögen vielleicht eine halbe Minute zum Überqueren benötigt haben, ich habe über eine Stunde durch das Tal gebraucht, bis ich auf der anderen Seite wieder neben der Autobahn angekommen bin.
Durch mehrere kleine Dörfer führte mich der Weg, wobei fast jedes zweite Haus leer stand und einige auch schon dem Verfall preisgegeben waren.
Es waren wieder etliche Höhenmeter zu überwinden, was bei der Wärme schon sehr an meinen Kräften zehrte. Aber nicht das jemand denkt, ich wünsche mir den Regen zurück. In meiner heutigen Herberge war die Besitzerin auch wieder so nett und steckte meine verstaubten und verschwitzten Klamotten in ihre Waschmaschine. Bei dem Sonnenschein war auch alles Ruck Zuck trocken.
Für morgen erhoffe ich mir mal wieder eine etwas reizvollere Streckenführung.
Erkenntnis des Tages: Sonne macht nicht alles schön!

Bernd E.

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29. Mai 2019, 18:55

Tag 27: Gijon - Avilés - Muros de Nalón

Normalerweise bin ich ja ein Fan von Industrieanlagen, aber nicht hier und jetzt. Aus diesem Grund bin ich den Empfehlungen von Pilgerkollegen und Reiseführern gefolgt und hab den Schwerindustriekomplex von Gijon, mit der Bahn durchquert.
In Avilés hab ich den Zug dann wieder verlassen. Wenn ich gewusst hätte, was mich heute erwartet, wäre ich sitzen geblieben. Der Weg ist es nicht wert, das man auch nur eine Silbe über ihn verschwenden sollte. Mit der Ausnahme des letzten kleinen Stückes, bei der Überquerung des Nalón.
Aber das Wetter ist gut und die Herberge ist es auch. Sie hat einen schönen Garten (in dem ich grad sitze) und später soll es noch ein gemeinsames Abendessen geben.

Erkenntnis des Tages: Für ein gutes Ziel, lohnt sich auch mal ein schlechter Weg!

Bernd E.

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28. Mai 2019, 22:22

Tag 26: Ruhetag in Gijon

Was Sprachen angeht, bin ich eher nicht so besonders begabt, aber wenn mein Körper mit mir spricht, kann ich das mittlerweile ganz gut verstehen.
Heut früh hat er mir nämlich mitgeteilt, das er eine Pause ganz gut vertragen könnte. Immerhin bin ich die letzten acht Tage durchgelaufen und die Höhenmeter waren nicht unerheblich. Also nicht lange nachgedacht, Aufenthalt um eine Nacht verlängert.
Eigentlich wollte ich damit beginnen, das ich ganz hervorragend geschlafen und sehr lecker gefrühstückt habe. Aber ist ja langweilig und immer das Gleiche. Am späten Vormittag hab ich dann einen kleinen Spaziergang am Strand entlang unternommen und bin auf einer Landzunge gelandet. Ein Ort, ohne viele Menschen, toller Blick auf's Meer, strahlte irgendwie Ruhe und Frieden aus.
Beim umherlaufen hab ich dann Ruinen und Schautafeln entdeckt. In den unnützen Kriegen der Vergangenheit war hier eine Festung, mit schweren Geschütze von unglaublichen Abmessungen.
Ob die Menschen, die Soldaten, hier wohl freiwillig waren? Ob sie hier wohl gut geschlafen haben? Ob sie wohl leckeres Essen hatten?
Wir können frei entscheiden, wo wir schlafen, wann und was wir essen. Das sollten wir nicht als Selbstverständlichkeit hinnehmen sondern es zu schätzen wissen, das wir in Frieden und Freiheit leben!
Ich hab noch eine ganze Weile auf einer Bank gesessen, die Augen zu gemacht und mir den Wind um die Nase wehen lassen. Gemeinsam mit dem Rauschen des Meeres in den Ohren, stellte sich ein sehr angenehmes Gefühl im Bauch ein.
Gijon ist mittlerweile, nach San Sebastian, Bilbao und Santander, die vierte grosse Metropole in Nordspanien, die ich zu Fuß durchquert habe. Und auch Gijon hat durchaus schöne Ecken.
Als ich heut Abend nochmal einen Spaziergang am Strand unternommen habe, ist mir doch tatsächlich das Paar aus Armenien, mit denen ich in Santander im gleichen Hostel geschlafen habe, über den Weg gelaufen. Ist das Zufall oder...?

Erkenntnis des Tages: Alleine ist kein Zustand, alleine ist ein Ort.


28. Mai 2019, 00:15

Tag 25: Von Villaviciosa nach Gijon

Gestern am späten Nachmittag, war ich noch mit fünf Pilgerkollegen in einer Bar. Unter anderem waren zwei Frauen aus Colorado dabei. Die Eine erzählte mir, das die Andere früher bei 100 Meilen-Läufen in den USA sehr erfolgreich war. Eine Zeit lang soll sie die schnellste Frau in den USA gewesen sein. Leider konnte ich mir ihren Namen nicht merken, aber das sie für vier Monate in Europa ist und in mehreren Ländern Fernwanderungen machen will. Am Abend waren wir dann noch zu dritt Abendessen und um kurz nach zehn viel ich todmüde ins Bett. Schlag zwölf wurde ich wieder aus dem Schlaf gerissen, im Park gegenüber der Herberge, feierte man mit einem kleinen Feuerwerk wohl einen Geburtstag.
Früh um sieben saßen wir gemeinsam beim Frühstück, und eine Pilgerin klagte über starke Knieschmerzen, eine weitere plagt seit zwei Tagen ein blutunterlaufener Unterschenkel und der Dritten war das Wetter zum weiterlaufen einfach zu schlecht. Also zog ich mir den Poncho drüber und startete alleine in den Tag. Die Wetterlage war übrigens sehr stabil heute, es regnete ohne Pause, den ganzen Tag! Ein paar Kilometer hinter Villaviciosa teilte sich der Camino. Nach links geht's zum Camino Primitivo, geradeaus verläuft weiter der del Norte.
Kurz hinter Niévares, ging es steil bergauf. Wie eine Treppe, nur ohne Stufen! Und von oben lief einem das Wasser entgegen, das man sich eher wie in einem Bach fühlte, als auf einem Weg. Fast drei Stunden brauchte ich, um die knapp 450 Höhenmeter hinaufzukraxeln. Bergab benötigte ich nur eine Stunde. In Peón legte ich eine kleine Mittagspause ein und traf einige Pilgerkollegen, die ich vor Tagen schon kennen gelernt habe. Kurz danach ging es wieder steil nach oben und der stundenlange Regen zeigte auch hier seine Folgen. Eine rutschige und matschige Kletterpartie. Aber irgendwann ist jeder Berg überquert und es ging langsam Richtung Gijon. Anstatt durch langweilige Vorstadtsiedlungen, verlief der Camino durch sehr schöne Wohngebiete mit vielen tollen Villen.
Nach über 30 Regenkilometern hatte ich mir heut, zur Belohnung ein Hotelzimmer, unweit des Strandes von Gijon gebucht. Zwischen heisser Dusche und Abendessen, war sogar noch Zeit für einen Friseurbesuch. Mal schauen, wie sich das Wetter morgen so entwickelt.
Erkenntnis des Tages:
Menschen kommen, Menschen gehen, aber die Erinnerungen werden für immer bleiben.

Bernd E.

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